Es gibt Tage wie heute, wo alles grau und verhangen ist und niemand richtig gute Laune zu haben scheint.
Es ist Mittagszeit und ich mache eine Arbeitspause. Ich laufe an meiner früheren Grundschule in der Nachbarschaft vorbei und sehe Schüler zum Bus rennen. Zwei Mädchen gehen untergehakt und fröhlich nach Hause. Trotz minus 2 Grad ist mir nicht zu kalt. Die Sonne sehe ich nicht, aber sie muss natürlich da sein. Ich erinnere mich an einen Spaziergang vor einer Woche bei strahlendem Sonnenschein. Diese Wintersonne ist etwas Besonderes. Sie taucht die Umgebung in ein sehr helles Licht und lässt den Neuschnee glitzern. Sie hebt bei allen die Stimmung. Heute ist sie nicht zu sehen. Dennoch wirkt sie alles, was notwendig ist für das Leben,  für die Natur und für uns Menschen.
Im Winter sieht man besonders deutlich, wo das Leben „fehlt“ oder „stockt“. Im Frühling wird erst sichtbar, was die Wintersonne im Verborgenen gewirkt hat. Ich glaube, mit Gott ist es manchmal ähnlich wie mit der Wintersonne. Er ist da, auch wenn man das nicht immer sieht, und er wirkt oft im Verborgenen: Wärme, Licht, Veränderung, Leben.