Wenn es trüb und dunkel wird | Berny Habermehl

Der Sommer ist jetzt endgültig vorbei. Morgens, wenn ich zur Arbeit fahre ist es trotz der Zeitumstellung dunkel und abends demnächst leider auch. Ich liebe den Sommer mit all der Sonnenwärme, dem frühen Vogelgezwitscher, den langen Abenden und der Möglichkeit, einen großen Teil des Tages draußen zu verbringen.

Der Frost liegt morgens jetzt schon bei uns auf den Dächern und es wird nicht mehr lange dauern, dass sich der Reif über die Natur legt. Ende letzten Winters war ich am Spätnachmittag unterwegs und es kam ein dichter Nebel auf. Ich konnte nicht mehr weit sehen. Die Wege rund um Münchwald, dem Ort in dem ich lebe, kenne ich und ich war dankbar, dass ich trotz des Nebels genau wusste, wo ich bin.

Im Leben wiederholt sich dieses „im Nebel stehen“ auch immer wieder. Vom Grunde her kenne ich die Wege und trotzdem habe ich gerade dann das Gefühl, dass ich den Weg nicht mehr sehe. Was kann ich tun in diesem Nebel, der es mir manchmal unmöglich macht, sicheren Schrittes zu gehen? Entscheidungen wären zu treffen, und ich kann es nicht, weil ich einfach nicht weiter blicke. Wie kann ich im Nebel sehen, wenn mein Blick sich so verkürzt?

Innehalten und eine Orientierung suchen. Beim Autofahren gibt es die Nebelleuchten, die da behilflich sind. Auf See wird das Signalhorn geblasen! Was ist meine Nebelleuchte, mein Signalhorn? Für mich ist es Gottes Wort. Und das Gespräch mit Jesus Christus. So oft ist es mir ergangen, wie er es seinen Jüngern immer wieder erklärt hat. „Klopft an, ich mache Euch die Türe auf. Ruft mich an, ich werde Euch antworten, sucht Hilfe bei mir, ich stehe Euch zur Seite“. Das sind seine Worte und in all den Jahren, die ich an ihn glaube, habe ich es niemals anders erlebt. Meine jüngste Tochter Tabe ruft uns immer wieder mal an, wenn sie in Not ist und „im Nebel“ steht. Und dann versuche ich ihr auch Mut zu machen und erzähle ihr von dem wunderbaren Gott, den wir haben. Und dass er uns niemals alleine lässt, egal wie dicht der Nebel unseres Lebens auch sein mag. Zusammen können wir dann über eine Lösung nachdenken, neue Wege bedenken und darüber beten.

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Zurück zu meinem Spaziergang: Als ich dann durch den Nebel an einer Hecke vorbeikam, habe ich das entdeckt, was Ihr auf dem zweiten Bild sehen könnt. Eine Hagebutte trotzt dem Wind und dem Nebel und dank ihrer Farbe bringt sie dem, der sie sieht, noch Freude und ein Gefühl des Dankes nahe. Eine wunderbare Welt hat dieser allmächtige Gott da geschaffen und ein Gefühl der Dankbarkeit und der Ehrfurcht erfüllten mich.

Spaziergang im Nebel kann wunderbar sein, wenn ich entdecke und darauf vertraue, dass jemand – Jesus Christus- da ist, der mich führt und mich festhält.

Das wünsche ich Euch von ganzem Herzen, dass Ihr diese Erfahrung machen könnt und dass Ihr gehalten werdet, wenn es um Euch mal dunkel wird.

Es grüßt Euch aus dem herbstlichen Hunsrück, Berny