Wann bist du das letzte Mal gestolpert?
Ich meine nicht über eine Bordsteinkante oder so…, ich meine innerlich. Einen Moment lang hält man inne, verharrt und stutzt, weil irgendwas anders ist, als man es gewohnt ist oder erwartet hat.

Wozu stolpern?

Zum Beispiel gehen wir auf dem Bürgersteig und uns kommt eine Person entgegen, die in uns irgendwas Komisches auslöst – und automatisch gehen wir auf die andere Straßenseite. Oder jemand erzählt uns eine Geschichte – und auf einmal zucken wir innerlich, weil uns irgendetwas merkwürdig vorkommt – vielleicht der Inhalt oder die Art und Weise, wie unser Gegenüber erzählt, oder irgendeine körperliche Regung von ihm, die wir als unpassend empfinden. Und wenn wir unserem inneren Stolpern nachgehen, dann überlegen wir, was da jetzt komisch war, ob unser Gegenüber gelogen haben könnte, ob es ihn mehr mitgenommen hat, als er zeigt, ob er für uns gefährlich werden könnte…? Dieses Stutzen hilft uns, Menschen oder Situationen einzuordnen und zu überlegen, ob wir uns schützen müssen. Klar, wir deuten unsere Stolperer nicht immer richtig. Unsere inneren Regungen haben nicht nur mit dem Gegenüber zu tun, sondern auch mit uns selbst. Mit dem, was wir schon alles erlebt und gespürt haben. Nicht nur in guten Zeiten. Unser Körper oder unsere Gefühle erinnern sich und reagieren. Und wenn das nicht angemessen ist, müssen wir da nochmal ran.

Lässt Gott uns stolpern?
Ich stelle mir vor, dass auch Gott unser Stutzen nutzen kann, um uns auf Dinge hinzuweisen, die wir sonst nicht wahrnehmen oder sogar wegdrücken würden. Vielleicht macht er dadurch auch auf sich aufmerksam? Wenn so ein Stolper auch Reden Gottes sein könnte, würde er mich vielleicht aufmerksam machen, wenn ich gelogen habe, wenn ich nicht gut mit jemand anderem umgegangen bin, wenn ich jemanden ausgegrenzt oder übervorteilt habe, wenn ich etwas sagen, eingreifen oder gar Hilfe holen müsste… oder es könnte sein, dass Gott mir liebevoll auf die Schulter tippt und mich erinnern will, dass es da noch unerledigte Dinge in mir gibt, die er gerne mit mir zusammen anschauen würde, um heil oder gesund zu werden?

Stolpern als Chance!
Stolperer helfen mir, Dinge in eine neue Ordnung zu bringen. Wie? Indem wir erst mal drauf achten. Vielleicht mit Hilfe eines Heftchens (oder einer App?), in die ich mir solche Stolperer kurz notiere und die ich dann mit meinem Mentor oder einem Freund/ Freundin austausche und vor Gott sortiere? Auf jeden Fall werde ich mir selber näher kommen – und Gott vielleicht auch.

 


Marga Haß – Verantwortlich für Coachings bei mc²

Wenn du bei crossover verantwortlich mitmachst und Coaching ausprobieren möchtest – (diffuse) Gefühle wahrnehmen, erkennen, greifbar machen, dein Stolpern vor Gott ins Gespräch bringen möchtest, dann kannst du dich gerne an mich wenden: m.hass@marburger-kreis.de oder für Mentoring an v.weniger@crossover.info)