Ausgrenzung

Mich beschäftigt das Thema Ausgrenzung. Die aktuellen Ereignisse in der Welt zeigen dieses Thema immer wieder, auf so viele verschiedene Arten. Heute habe ich gelesen, dass bereits in zwei Jahren eine Grenzmauer zwischen den USA und Mexiko stehen könnte. Diesen Gedanken fand ich ziemlich erschreckend. Meterhohe Wände, die Menschen daran hindern, in ein anderes Land zu kommen? Leider wohl Realität. Und das nicht nur in Amerika, sondern auch bei uns in Europa.


Aber auch in meinem direkten Umfeld begegnen mir Mauern, jedoch keine aus Stein oder Beton. Eher welche aus Worten, Ablehnung, Vorurteilen, vor denen die Menschen stehen und nicht weiter kommen.
Wie würde es dir gehen, wenn vor dir eine große, steinerne Mauer steht und du dir sehnlichst wünscht, auf die andere Seite zu kommen? Ich kann mit diesem Bild viel anfangen, weil ich glaube, dass es uns in unserem Leben häufig begegnet.

Ich denke oft darüber nach, wo ich in meinem Leben vor anderen Menschen Mauern baue und warum.

  • Wenn ich jemanden meide, weil er mir gerade zu anstrengend ist oder ich ihn komisch finde.
  • Wenn ich mich vor jemandem verschließe, weil ich mich schützen möchte.
  • Wenn ich lieber den Mund halte, obwohl ich für jemanden oder etwas einstehen sollte, ich mich aber nicht traue und es so einfacher ist.

Das sind Mauern, die ich um mich herum ziehe oder hinter denen ich mich verstecke, und auf der anderen Seite steht jemand und kommt nicht durch.

Leider gibt es ziemlich viele verschiedene Mauern in unserer Gesellschaft. Ich glaube, dass manche Mauern auch Schutz bieten können. Aber ich versuche mir vorzustellen, wie es sich für diejenigen anfühlen muss, die nicht voran kommen, weil sie von etwas ausgeschlossen werden.

Kannst du dieses Bild auf dein Leben übertragen? Fallen dir Situationen ein, wo du Mauern um dich baust? Wo du Menschen ausgrenzt, vielleicht auch gar nicht mit Absicht?

Gegen die großen, realen Mauern können wir in unserem Alltag recht wenig ausrichten. Aber ich werde versuchen, meine eigenen kleinen Grenzwälle gegenüber anderen einzureißen. Indem ich Leute nicht direkt verurteile, nur weil sie anders sind als ich. Indem ich meine Augen offen halte für die, die allein und ausgeschlossen sind. Indem ich nicht schweige, wenn jemand ein böses Wort über eine Person verliert, sondern für denjenigen einstehe. Und ich lade dich dazu ein, das auch auszuprobieren.

Sina Preuße